Donnerstag, 15. Juli 2021

Rechterfeld: Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ blockiert Zufahrt zur PHW-Zentrale / Körperverletzung,Widerstand und Beleidigungen gegen Polizeikräfte

Die Polizei reagierte freundlich und besonnen auf die Blockade.

Update: Die zunächst friedliche Demonstration schlägt im weiteren Verlauf um und endet mit Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand und tätlichen Angriff gegen Vollstreckungsbeamte!

Insgesamt mussten 119 Personen von den Einsatzkräften vor dem provisorischen Holztor der PHW-Zentrale in Rechterfeld größtenteils weggetragen werden. In Einzelfällen auch aktiven Widerstand gegenüber den eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten. Sie zeigten sich trotz versammlungsfreundlichen Verhaltens der eingesetzten Kräfte nicht kooperativ. Von den betroffenen Personen wurden vor Ort Identitätsfeststellungen durchgeführt und Platzverweise erteilt. 6 Personen waren zusammen angekettet und mussten von Spezialkräften der Polizei gelöst werden. Insgesamt kam es fünf Mal zu Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte sowie zu zwei Tätlichen Angriffen. Drei Polizeibeamte bzw. -beamtinnen wurden verletzt. Darunter ein Polizeibeamter, der durch einen ehem. Teilnehmenden der Versammlung gebissen wurde.

Insgesamt wurden 119 Identitätsfeststellungen durchgeführt und gegen 114 Menschen Platzverweise ausgesprochen. Durch ihr unkooperatives Verhalten haben sie gegen die auferlegten Beschränkungen verstoßen, was 112 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verstoßes gegen die Entfernungspflicht gem. des Niedersächsischen Versammlungsgesetzes zur Folge hat.

Während der Umsetzung der Auflösung mussten Polizeibeamte um 18.41 Uhr im Bereich der Paul-Wesjohann-Straße zudem zwei ehem. Versammlungsteilnehmer ermahnen, ihre mitgebrachten Einmalanzüge sowie Plastikflaschen nicht in der Natur zu entsorgen, sondern wieder mitzunehmen. Dem haben die ehemaligen Teilnehmer schließlich auch Folge geleistet.

Polizeidirektor Walter Sieveke, Gesamteinsatzleiter, äußert sich zu den begangenen Straftaten: „Ich bedaure, dass einzelne ehem. Versammlungsteilnehmer*innen des gestrigen Tages Polizeibeamtinnen und -beamte beleidigten, sich widersetzten und verletzt haben, obwohl gerade diese besonders versammlungsfreundlich agiert haben.

Wir sind auch heute wieder im Einsatz. Es sind 9 Mahnwachen angemeldet. Bislang sind diese noch nicht besetzt. Wir bewerten die Lage fortlaufend und sind vorbereitet, um auf entsprechende Entwicklungen angemessen zu reagieren. Ein versammlungsfreundlicher und störungsfreier Ablauf liegt dabei im Fokus.“

Pressemitteilung der Polizei (15.07.2021 / 22:09 Uhr)
Spontanversammlung in Rechterfeld: Wie bereits berichtet kam es zu einer spontanen Aufzug, welche sich vom Camp zur PHW-Zentrale begeben hatte. Seit der letzten Pressemitteilung kann berichtet werden, dass die Versammlungsteilnehmer*innen trotz mehrmaliger Aufforderung der Polizei den Aufenthaltsort zu verlagern nicht nachgekommen sind. Daher wurde bekannt gegeben, dass die Versammlung um 13:37 Uhr aufgelöst wurde. Ab 15:50 Uhr wurden die ehem. Versammlungsteilnehmer*innen weggetragen und es wurden Platzverweise erteilt sowie Identitätsfeststellungen durchgeführt.

Erschwert wurden die Identitätsfeststellungen und die Erteilungen der Platzverweise dadurch, dass die ehem. Teilnehmer*innen keine Ausweisdokumente mit sich führten und keine freiwilligen Angaben zur Identität machten, sowie Maßnahmen zur Verschleierung der Identität vornahmen, um eine Identifizierung zu erschweren. Daher wurden speziell ausgebildete Kräfte angefordert, die bei der Identifizierung unterstützten. Gegen 21:34 Uhr konnte die aufgelöste Spontanversammlung durch die Polizeikräfte geräumt werden. Insgesamt wurden über 100 Personen aus der Sitzblockade gelöst und deren Identität geprüft. Während der Spontanversammlung in Rechterfeld vor der PHW-Zentrale am 15.07.2021 wurde, um 11:26 Uhr, eine eingesetzte Polizeibeamtin durch einen bislang unbekannten Täter mit einer Holzfahnenstange aus der Menge heraus am Kopf getroffen. Sie wurde dadurch leicht verletzt. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Körperverletzung eingeleitet. Bei der Durchsetzung der Platzverweise und der Identitätsfeststellungen ist es zu weiteren Straftaten zum Nachteil von Polizeibeamten*innen gekommen. Im Einzelnen wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Körperverletzung, der Beleidigung, sowie des Widerstandes und tätlichen Angriffes gegen Vollstreckungsbeamten.

Pressemitteilung der Polizei (15.07.2021 / 09:09 Uhr)
Am 15. Juli 2021, kurz nach 8.00 Uhr, haben sich ca. 100 Versammlungsteilnehmerinnen aus dem Camp zur Agrarwende 2021 mit Transparenten auf den Weg zur PHW Zentrale gemacht. Der Weg führte über den Tiefen Weg, die Einer Straße, über den Haselmausweg auf die Altoner Straße. Über die Straße Heide gelangten sie schließlich an ihren Zielort. Der Demonstrationszug hat dort eine Wegstreckenbeschränkung erhalten, die sie missachteten. Sie haben sich über ein Feld zum Holztor vor der PHW-Zentrale begeben. Dort findet nun seit ca. 11:38 Uhr eine Sitzblockade statt, die durch die Polizei begleitet wird. Die Polizei hat den Versammlungsteilnehmerinnen bekannt gegeben, dass die Versammlung auf eine Grünfläche neben der Fahrbahn beschränkt wird.
Ein Versammlungsteilnehmer hat gegen 12:50 Uhr den Zaun zur Zentrale überwunden und konnte durch Sicherheitskräfte gestellt werden. Die Polizei nimmt hierzu eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch auf. Darüber hinaus haben Teilnehmer*innen gegen 11:30 Uhr die Holztore mit Farbe besprüht.


Zur Startseite
 
 
 
 ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung